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Privacy-Handbuch




Privacy-Handbuch

Spurenarm Surfen mit Mozilla Firefox,
Mails verschlüsseln mit Thunderbird,
Anonymisierungsdienste nutzen,
chatten und Daten verschlüsseln





Aus den News gesammelt:

(Willkürlich gesammelt und ohne Anspruch auf Objektivität.)



Meltdown und Spectre Realitycheck (13. Jan. 2018) 
Die Fehler im Design der Prozessoren, die die Angriffe "Meltdown" und "Spectre" führten zu dem größten Medien Hype, den ich bisher in der IT Security gesehen haben. Die Anwender sind verunsichert. Vielleicht ist es Zeit für einen Realitycheck zur Abkühlung.

Ein wichtiger Punkt bei der Analyse der realen Gefährdung ist, dass ein Angreifer zur Ausnutzung der Sicherheitslücken "Meltdown" und "Spectre" eigenen Code auf dem angegriffenen System ausführen muss.

A: Wenn der Angreifer das Opfer nicht dazu "überredet" kann, seine bösartige Software zu installieren, bleibt ihm nur die Möglichkeit der "Remote Code Execution". Unter diesem Gesichtspunkt kann man die Gefahr realistisch einschätzen.
  1. IT Infrastruktur: (Webserver, Mailserver, Datenbankserver, in der Regel professionell betreut und in Rechenzentren disloziert):

    "Remote Code Execution" ist ein schwerer Sicherheitsbug für diese Kategorie. Wenn ein Angreifer die Möglichkeit hätte, eigenen Code auf diesen Servern auszuführen, dann hat der Admin ein Problem, egal ob der Angreifer "Meltdown" und "Spectre" aus­nutzen will oder anderen Unsinn anstellt.

    Daher sollten diese Server auf einem Sicherheitsniveau sein, die eine Ausnutzung dieser Fehler unmöglich macht. Anderenfalls hätte ein Admin viele andere Probleme.

    (Erfreulich, wenn manche Admins jetzt aufgewacht sind und im Akkord ihre Server endlich mal patchen, wenn sie es bisher nicht regelmäßig getan haben sollten.)
  2. Desktop PCs: Auf einem Standard Desktop PC sollte Javascript im Browser die einzige Möglichkeit sein, um Remote Code aus dem Internet auszuführen. Das Javascript ein Sicherheitsproblem sein kann, ist seit längerem bekannt. Deshalb empfehlen wir, Java­script zu blockieren und nur für vertrauenswürdige Webseiten freizugeben (Whitelisting). Ein Werbeblocker mit aktuellen Filterlisten schützt gegen Malvertising Kampagnen.

    Natürlich sollte man die Updates der Browser zeitnah installieren. Aber das ist keine Regel, die ausnahmsweise mal jetzt gilt sondern generell angewendet werden soll, um auf immer wieder neue Sicherheitsprobleme zeitnah zu reagieren (siehe Firefox 52.x Release Notes von 52.0 bis 52.5.3 als Beispiel).
  3. Smartphones: Die in den meisten Smartphones eingebauten SnapDragon Prozessoren von Qualcomm sind auch von dem Bug betroffen und damit haben wir in dieser Kategorie ein echtes, neues Sicherheistproblem.

    "Remote Code Execution" ist auf Android Smartphones kein schwerer Sicherheitsfehler sondern ein Feature. Apps können Code aus dem Internet nachladen, der weder von Sicherheitsscanner auf dem Smartphone noch von den Sicherheitsprüfungen in App Stores kontrolliert wird. Viele Apps nutzen diese Möglichkeit für Werbezwecke.

    Da die Verschlüsselung der Internetverbindungen zwischen App und Servern nicht immer dem aktuellen Stand entspricht oder teilweise nicht vorhanden ist, kann ein potenter Angreifer gezielt bestimmte Smartphones mit Trojanern verseuchen, indem er den Download on-the-fly modifiziert.

    Außerdem ist die Bereitstellung von Updates bei vielen Smartphones miserabel.

    Smartphones sind Lifestyle Gadgets und im Context von hohen Sicherheits­anforderungen ungeeignete Werkzeuge.
B: Wenn der Angreifer das Opfer dazu "überredet" kann, seine bösartige Software zu installieren, dann hat sich das Opfer einen Trojaner selbst installiert. Diese Gefahr bestand schon immer und wird auch in Zukunft immer bestehe. Diesbezüglich gelten die gleichen Sicherhietsempfehlungen wie bisher und sie werden auch in Zukunft gelten.

Kriminelle haben erkannt, dass sie die aktuelle Verunsicherung der Nutzer ausnutzen können und versuche daher, sie mit Fake E-Mails zur Installation von angeblichen Sicherheitspatches zu überreden, die in Wirklichkeit Malware enthalten. Das BSI warnt vor Fake E-Mails mit Sicherheitsupdates für "Meltdown" und "Spectre".

Außerdem kann man davon ausgehen, das Kriminelle mit Malvertising Kampagnen versuchen werden, ungepatchte Browser und Smartphones anzugreifen. Die Blocklisten der AdBlocker sollten also regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht werden.

Keine PANIK! Verwendet die vertrauenswürdigen Update Mechanismen wie bisher und spielt Updates zeitnah ein. Abgesehen von Smartphones ist das Risiko überschaubar.
Propaganda hüben wie drüben (09. Jan. 2018) 
Die Kommunikationswissenschaftlerin D. Gordeeva hat in ihrer Masterarbeit Regierungs­fernsehen an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) die Berichterstattungen der Hauptnachrichtensendungen von ARD/ZDF ("Tagesschau") und des russischen Staats­fernsehen ("Wremja") gegenübergestellt: Die Einseitigkeit in der Berichterstattung ohne Perspektivwechsel führt nach Meinung von D. Gordeeva zu einer wachsenden Distanz zwischen beiden Nationen.

Die Masterarbeit von Gordeeva wurde mit dem "Best Thesis Award 2017" ausgezeichnet.
Proteste im Iran (02. Jan. 2018) 
Der Iran hat enorme wirtschaftliche Probleme, einerseits durch die jahrelangen, harten Sanktionen gegen das Land, anderseits durch die militärische und wirtschafliche Unter­stützung von Syrien, Jemen und in Lateinamerika.

Zwischen Weihnachten und Neujahr gab es neue Preiserhöhungen für Lebensmittel. Gleich­zeitig hat Präsident Rouhani die Mullahs gezwungen, ihre Finanzierungen offen zu legen. Für jeden Iraner ist einsehbar, welche Gelder in Koranschulen und andere Einrichtungen der Mullahs fließen. (Das wirt. Konglomerat der Revolutionären Garden ist nicht betroffen.)

Diese Veröffentlichung der Finanzierung der Mullahs und die ausufernde Korruption in einer wirtschaftlich schweren Situation sind meiner Meinung nach die wesentliche Grund für die Proteste. Ein wichtiger Slogan bei den Protesten war: "Wir wollen unser Geld zurück!".

Präsident Rouhani kommetierte die Proteste mit:
This is nothing. Criticism and protest are an opportunity not a threat.
Es sieht für mich so aus, als ob die Präsident Rouhani und die moderaten Kräfte seiner Regierung mit Hilfe von öffentlichem Druck die Macht und die Finanzierung für die Kleriker etwas beschneiden möchten. Das wäre eine Fortsetzung seiner bisherigen Innenpolitik: Rouhani now moved firmly to the left (BBC.com vom Mai 2017)

Die USA versuchen, die Proteste für ihre Interessen zu instrumentalisieren und eine Entwicklung wie in Libyen, Syrien oder Ukraine in Gang zu setzen. Präsident Trump twitterte in Großbuchstaben, das es Zeit für einen Regimwechsel im Iran sei: "TIME FOR CHANGE!".

US-Vicepräsident Mike Pence wird deutlicher und sagt, dass die USA die Proteste gegen die Regierung unterstützen werden (Quelle: BBC.com)
The bold and growing resistance of the Iranian people today gives hope and faith to all who struggle for freedom and against tyranny. We must not and we will not let them down.
Nach offiziellen Nachrichten aus dem Iran werden schon jetzt ausländische Agenten für die gewaltsamen Eskalation der Proteste und insbesondere für die ersten Toten auf Seiten der Protester und der Polizei verantwortlich gemacht.

Bisher wurde lediglich die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas aber ohne Schusswaffen gegen die teilweise gewaltsamen Proteste eingesetzt. Die Revolutionären Garden stehen aber bereit und "scharren mit den Füßen", um die Proteste gewaltsam zu unterdrücken. "Sie sollen das Eisen der Nation spüren!" forderte ein General der Garden.

Wenn die Proteste nur durch Einsatz der Revolutionären Garden kontrolliert werden können, dann würde es am Ende zu einer weiteren Stärkung der Macht der Mullahs führen und die moderaten Kräfte um Präsident Rouhani würden wieder zurück gedrängt werden.

Daher ist der Versuch von Präsident Rouhani, durch öffentlichen Druck die Macht der Kleriker zu reduzieren ein Balanceakt, der durch Einmischung von außen leicht in das Gegenteil umschlagen kann.
Es wird Krieg geben - oder ... (28. Dez. 2017) 
Der Jahreswechsel ist die Zeit der Rückschau und des Ausblicks auf das Kommende.

Geopolitisch befinden wir uns in erheblichen, globalen Veränderungen, im Umbau von einer unipolaren Welt, in der die USA nach dem II. Weltkrieg eine globale Führungsposition beanspruchen konnten (die sie zu Gunsten ihrer Finanz- und Machtelite ausnutzen), hin zu einer multipolaren Welt, in der mehrere Macht­zentren eine wichtige Rolle spielen wollen.

Diese Situation des Niedergangs einer Führungsmacht gab es schon öfters in der Weltgeschichte und diese Veränderungen waren viel zu oft mit Kriegen verbunden: In den großen Kriegen, die zu einer Veränderung der geopolitischen Machtverhältnisse führten, ist immer wieder ein Muster erkennbar: Es begann mit kleineren kriegerischen Auseinandersetzungen an der Peripherie, die dann immer weiter eskalierten.

Dieses Muster ist auch jetzt erkennbar. Hussein, Gadaffi und Assad? Alles gaaaanz böse Diktatoren und wir mussten die Völker von ihrem Joch der Unterdrückung befreien? (Lach', dann hätten wir wohl eher mit den Saudis anfangen müssen.)

Seit dem Überfall der USA auf den Irak zur "Befreiung" sind bisher in Nahost mehr als 1 Mio. Menschen gestorben, mehrere Länder wurden verwüstet und die Kriege eskalieren immer weiter hin zu einer direkteren Konfrontation zwischen USA/NATO und Russland/China/Iran. Diese Tendenz wird sich 2018 fortsetzen (Syrien nochmal neu, Jemen, Nordkorea Konflikt...)

Ein "Krieg" muss nicht bedeuten, dass in Europa wieder Panzer rollen und Bomben fallen. Es gibt viele andere Möglichkeiten. Robert Neller, oberster US-General der Marinestreitkräfte und Mitglied im "Joint Chief of Staff" sagte vor wenigen Tagen bei einem Truppenbesuch bei den 300 US-Marines in Norwegen:
Ich hoffe, dass ich falsch liege. Aber es wird Krieg geben. Vergesst nicht, warum ihr hier seid [...] Sie sind in einem Kampf hier, einem Informationskrieg, einem politischen Kampf, durch Ihre Anwesenheit.
Ich hoffe sehr, dass er falsch liegt. Möglicherweise interpretiere ich das als Zivilist falsch und man muss Elite-Soldaten immer das "Möhrchen" eines drohenden Krieges vor die Nase halten, damit sie nicht abschlaffen.

Und jetzt wird die SILVESTER-PARTY vorbereitet!
USA wollen Waffen an Ukraine liefern (23. Dez. 2017) 
Während Merkel zusammen mit Macron die Einhaltung der Waffenruhe fordert, hat die US-Regierung die Lieferung von Waffen an die Ukraine beschlossen. Wenn die USA Waffen "liefern", dann meint man damit nicht "verschenken". Die Rüstungs­industrie erwartet eine marktübliche Bezahlung. In diesem Zusammenhang könnte man sich die wirtschaftliche Situation der Menschen in der Ukraine anschauen. Wie hat sich die wirtschaftliche Lage in der Ukraine seit dem erfolgreichen Maidan-Putsch verändert:
  1. Das BPI von 2017 beträgt nur 58% des BPI von 2013. Bis 2013 gab es unter Präsident Januschkowitz einen stetigen Anstieg des BPI und der Löhne.
  2. Der Durchschnittslohn ist von 350 Euro auf 180 Euro pro Monat gesunken.

    (Das ist weniger, als eine junge ukrainische Frau, die als Prostituierte nach Deutschland kommt, an einem Abend verdient. Prostituierte aus der Ukraine sind seit Jahren bei den Deutschen als "billig und willig" begehrt, auch bei Promis: Exportschlager Sex - ukrainischer Frauenhandel.)
  3. Der Mindestlohn (42 €) liegt unter dem von Armutsstaaten wie Ghana (46,6 €).
  4. Die Preise für Nahrungsmittel, Strom, Wasser und Heizung sind um bis zu 400% gestiegen.
  5. In dem Bürgerkrieg, den Kiew gegen die ost-ukrainischen Separatisten führt, sind bereits mehr als 10.000 Menschen gestorben.
Es sieht nicht so aus, als ob 2018 ein Umkehr in der Geopolitik zu erwarten sein wird und es friedlicher werden könnten als in den letzten Jahren.
EU-Gremien gegen "Anonymität" von Bitcoin & Co. (16. Dez. 2017) 
Das EU-Parlament, der Ministerrats und die EU-Kommission haben sich gestern Abend auf weitere Schritte gegen die "Anonymität" von Kryptowährungen wie Bitcoin geeinig.

Handelsplätze für Kryptowährungen und Anbieter von Online Wallets sollen zukünftig ihre Kunden nach den Regeln der Sorgfaltspflichten für Finanzinstitute kontrollieren. Das bedeutet, dass die Identität der Kunden eindeutig festgestellt werden muss. Die Identität der Nutzer soll zusammen mit den genutzten Adressen in einer zentralen Datenbank gespeichert werden.

Außerdem soll die Grenze für Zahlungen mit anonymen Prepaid Karten in der EU von 205,- Euro auf 150,- Euro gesenkt werden. (In Deutschland liegt die Grenze bei 100,- Euro.)

Begründet werden die Maßnahmen wie üblich mit dem Kampf gegen Steuerbetrug und Finanzierung von Terrorismus. In den kommenden 18 Monaten sind die Reglungen in nationale Gesetze umzusetzen. (Heise.de, FAZ.net, RT.com)

Kommentar:
NATO Osterweiterung und die alten Versprechen (15. Dez. 2017) 
Das National Security Archive der George Washington University hat Dokument frei­gegeben, die belegen, dass hochrangige NATO Vertreter und Politiker von EU-Staaten als Gegen­leistung für die Zustimmung der damaligen Sowjetunion zur deutschen Vereinigung eine Ausdehnung der NATO über die Grenzen Deutschlands hinaus ausgeschlossen hatten. Gorbatschow hatte ursprünglich gefordert, dass ein vereinigtes Deutschland neutral bleiben müsse und keinem Bündnis angehören soll. Als Kompromiss wurde ihm versprochen, dass die NATO sich nicht über die deutsche Grenze hinaus nach Osten ausdehnen würde.

Aktuell wird eine Integration der Ukraine in die NATO angestrebt. Die Einberufung des Ukraine-Nato-Gipfels im Dezember wurde aber durch ein Veto von Ungarn blockiert.

Aus Sicht der NATO wäre es wahrscheinlich ideal gewesen, wenn man mit der Integration der Ukraine in die NATO auch den wichtige russische Militärstützpunkt auf der Krim übernehmen könnte. Das würde die Operationsfähigkeit des russischen Militärs im gesamten Mittelmeer­raum und Nahost massiv einschränken.

Russland hatte aber bereits auf dem NATO-Russland Gipfel 2008 angekündigt, dass die Krim von der Ukraine abgelöst und an Russland angegliedert werden könnten, wenn die Gefahr besteht, dass die Ukraine sich der NATO zuwendet. Es wurde klargestellt, dass es für die Osterweiterung der NATO nicht überschreitbare Grenzen gibt.

Das man diese NATO Pläne bezüglich der Krim nach dem erfolgreichen Maidan Putsch trotzdem beerdigen musste, erklärt vermutlich das hysterische Geschrei westlicher Politiker (und Militärstrategen) über den Beitritt der Krim zu Russischen Förderation.

(Stratfor Chef Friedman: Die Ukraine-Krise ist eine US-Inszenierung)

Ergänzung: "Keine Osterweiterung der NATO" Aussenminister Genscher & Baker (Youtube)
ProtonMail Bridge vereinfacht PGP-Verschlüsselung? (08. Dez. 2017) 
ProtonMail hat das Release des lokalen Mail-Gateway ProtonMail Bridge bekannt gegeben. Mit ProtonMail Bridge soll PGP-Verschlüsselung ganz einfach sein, wie Heise.de schreibt.

ProtonMail ist ein E-Mail Provider, der den Umgang mit verschlüsselten E-Mails vereinfachen möchte. Bisher musste man das Webinterface nutzen und konnte mit anderen ProtonMail Nutzern sehr einfach verschlüsselt kommunizieren. Dieser Vorteil wird durch den Nachteil kompensiert, dass die PGP-verschlüsselte Kommunikation zu kompetenten, externen Nutzern etwas eingeschränkt und kompliziert ist. Ausführliches Review von uns findet man hier.

ProtonMail speichert alle Nachrichten und Kontakte auf dem Server, ein Abruf via POP3 und lokale Speicherung, wie von uns empfohlen, ist nicht möglich. Außerdem bietet ProtonMail ein Key Recovery via externer Mailadresse, wenn man sein Passwort vergessen hat. Das bedeutet, dass ProtonMail sich Zugriff auf die Kryptoschlüssel verschaffen kann, um sie mit einem neuen Passwort zu schützen. (Wahrscheinlich gibt es ein Masterpasswort?) Damit könnte ProtonMail auch alle Daten ohne Zutun des Nutzers entschlüsseln. Böswillig könnte man das als "Krypto-Backdoor" bezeichnen. Für hohe Sicherheitsanforderungen ist ProtonMail somit nicht geeignet (siehe auch: Threat Modell of ProtonMail).

Das Mail-Gateway ProtonMail Bridge vereinfacht oder verändert NICHTS an der ProtonMail Verschlüsselung und Schlüsselverwaltung. Das Gateway stellt nur eine SMTP und IMAP Schnittstelle zur API der ProtonMail Server bereit (leider noch kein POP3). Man kann damit statt Webbrowser auch einen E-Mail Client nutzen, es gelten aber die gleichen Vorteile und Einschränkungen für die Verschlüsselung wie im Webinterface.

By the way: Ein anderes Mail-Gateway für transparente PGP-, S/MIME- und PDF-Verschlüsselung ist CipherMail. Ist aber nicht gerade simple im Einsatz.
C. Ströbele zum Fall Amri (Anschlag auf Weihnachtsmarkt 2016) (06. Dez. 2017) 
C. Ströbele, ehem. Mitglied des Bundestages und der PKGr, kommentiert seine Erkenntnisse zum Versagen der Sicherheitsbehörden im Fall Amri (n-tv.de oder RT Deutsch):
Wir können doch nicht dieselben Leute weitermachen lassen, die so versagt haben.
Nach Ansicht von C. Ströbele waren BKA, Verfassungsschutz und die LKAs von Berlin und NRW hinreichend über die Anschlagspläne von Amri informiert und hätten vor dem Anschlag handeln müssen.

Das keine Schritte gegen Amri unternommen wurden und er sich in ganz Deutschland bewegen konnte trotz der Auflage, NRW nicht zu verlassen, liegt nach Ansicht von Ströbele an US-amerikanischen Wünschen. Eine "Ordnende Hand" schützte Amri.
Das entsprach nicht den Interessen der USA, die einen schweren Bombenangriff in Libyen planten. Ein Eingreifen gegen den überwachten Amri hätte die Islamisten in Libyen vorgewarnt.
Mein Kommentar: Immer wieder zeigt sich bei der Aufarbeitung von Anschlägen, dass die Sicherheits­behörden über ausreichende Mittel verfügen, um potentielle Terroristen zu erkennen. Wir brauchen nicht noch mehr Überwachungs­befugnisse für die "Dienste", wie sie auch nach dem Anschlag von Amri von den üblichen Politikern gefordert wurden.

Das der PKGr seit einem Jahr Unterlagen von den "Diensten" vorenthalten werden, zeigt meiner Meinung, das die wichtigste Schlussfolgerung aus den Snowden Dokumenten nicht umgesetzt wird. Geheheimdienste MÜSSEN kontrolliert und überwacht werden. In Deutschland operieren die "Diensten" weiterhin in einem rechtsfreien Raum und werden für Versagen nund Gesetzes­brüche icht zur Rechenschaft gezogen.

Btw: die USA platen 2016 einen schweren Bombenangriff auf Libyen - interessant!
Bitcoin bei $11.000 und weiter steigend (29. Nov. 2017) 
Der Preis für 1 Bitcoin hat die $11.000 überschritten. Im Moment steigt Bitcoin rasant und hat in den letzten 2 Tagen um 10% gewonnen. Der Marktkapitalisierung der virtuellen Währung, die aus dem Nichts geschöpft wurde, liegt damit über 325 Milliarden Dollar. Das ist mehr Wert, als produzierende Großkonzerne wie Boeing oder General Electric.

Die Wertsteigerung ergibt sich derzeit fast ausschließlich durch Nachfrage aufgrund von Spekulation auf einen noch höheren Preis. Es gibt keine nennenswerte Ökonomie, die Bitcoin als Währung nutzt und die diese Wertsteigerung rechtfertigen könnte. Damit gleicht Bitcoin einem Ponzi Schema, das in erster Linie reales Geld umverteilen wird.

Analyst Kay Van-Petersen von der Saxo Bank rechnet mit einem Kursanstieg in den nächsten 6 bis 18 Monaten auf 50.000 bis 100.000 Dollar. Anhaltende Bitcoin Gewinne erwartet auch der Analyst Greg McKenna von AxiTRader. Wer noch in das Roulette einsteigen will...

Wer meint, seine Bitcoin Brieftasche ganz easy mit dem Smartphone umhertragen zu können, der sollte mal den Test der Adroid Apps für Kryptowährungen von HTBridge anschauen. 90% dieser Apps haben erhebliche Sicherheitsmängel und viele Apps implemtieren selbst simple Dinge wie TLS fehlerhaft, so dass man-in-the-middel Angriffe möglich sind.

Für den Wettkampf der Bitcoin Miner wird inzwischen mehr Energie verbraucht, als 159 Länder verbrauchen. Das umfasst die meisten Länder von Afrika und ein bisschen mehr.

Während bei der Energieeffizienz von Kühlschränken über Kennzeichen mit AAA und A+ wie ein bedeutendes Politikum gestritten wird, gibt es derzeit keine regulativen Ansätze zu Dämpfung der Energie­verschwendung bei Kryptowährungen. Die Blockchain von Bitcoin würde auch mit 1 Millionstel der heute aufgewendeten Energie funktionieren.

(Die Blockchain war eine feine Idee, aber Bitcoin pervertiert das Konzept inzwischen.)

Kim Dotcom kündigt privacy-freundliches Internet an (24. Nov. 2017) 
Kim Dotcom (aka Kim Schmitz) kritisiert seit Jahren das Internet als Medium zur Überwachung der Massen und das ausufernde Tracking für die Verletzungen der Privatspäre.

Um diese Probleme zu überwinden, hat Kim Dotcom jetzt eine Lösung: MegaNet
The current corporate Internet will be replaced by a better Internet, running on the idle capacity of hundreds of millions of mobile devices. Run by the people for the people.
Bisher ist wenig konkretes bekannt. MegaNet soll dezentral, verschlüsselt und nicht IP-basiert realisiert werden. Es soll als Mesh-Netz die WiFi-Kapazitäten moderner Smartphones nutzen.

Es gibt bereits seit Jahren ähnliche Projekte, die eine neues Internet aufbauen wollen, dass die Privatsphäre der Nutzer respektiert und den Datenverkehr vollständig verschlüsselt. Beispiele sind GNUnet, A Gnu Internet, das Invisisble Internet Project (I2P) oder die Tor Onion Services. Alle diese Projekt führen bisher ein Nischendasein.

Ich erinnere mich an eine Podiumsdiskussion vor zwei Jahren, als ich mit qbi (TorProject), carlo von linX (#youbroketheinternet) u.a. auf der Tribüne saß und wir haben dieses Thema in ähnlichem Kontext diskutierten. Meine Rolle war dabei die des "Bad Guy", der Argumente gegen ein privacy-freundliches Internet bringen sollte.

Meine Argumente waren: Wenn man ein privacy-freundlich Internet will. Dann muss man die Ökonomie des Internet umkrempeln. Es ist keine Lösung, die darunter liegenden Infrastruktur umzubauen. Die vorhandene Infrastruktur ist auch für ein privacy-freundliches Internet nutzbar, wenn die Politik dem Kommerz Rahmen­bedingungen setzen würde, wenn die Wünsche der Menschen nach Privasphäre das Primat gegenüber der Gewinnmaximierung für Konzernen hätte.

Wenn man kein ökonomisches Konzept als Alternative zum Datensammlen anbieten kann, dann wird das MegaNet ein Nischendasein fürhren, so wie GNUnet oder I2P.
RBB und ARD berichteten über V-Mann VP01 alias "Murat" (05. Nov. 2017) 
Vor zwei Wochen haben RBB24 und ARD Sendung "Kontraste" über den V-Mann VP01 alias "Murat" (euphemistisch: "Vertrauens­person" des LKA NRW) berichtet, der verantwortlich für die Radikalisierung der islamischen Gruppe "Abu Walaa" war und der Anis Amri zu dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dez. 2016 angestachelt hat. VP01 versuchte auch andere Mitglieder der Gruppe zu Anschlägen in Deutschland zu überreden, obwohl die Mehrheit der Gruppe nach Syrien gehen wollte, um sich dort islamistischen Kampfgruppen anzuschließen.

Angesichts der Toten des Anschlags von A. Amri zeigt V-Mann VP01 keine Reue. Er habe sich nur gemäß seiner Legende stets anschlagsbereit gezeigt und dazu gehören seiner Meinung nach auch "motivierende" Äußerungen wie:
Komm, du hast eh keinen Pass, mach hier was, mach einen Anschlag.
Neben A. Amri wurde auch Mikail S. von VP01 radikalisiert und zu Anschlägen angestachelt. Mikail S. wurde rechtzeitig verhaftet. Sein Strafverteidiger sieht es als erwiesen an, das VP01 ein "agent provocateur im Dienste des Staates" ist.

Nach der "Sauerland Terrorgruppe", die von Mevlüt Kar (V-Mann) aufgebaut wurde, und der "Globale Islamische Medienfront" (GIMF), die von Irfan Peci (V-Mann des BfV) aufgebaut wurde, ist die Gruppe "Abu Walaa" ein weiteres Beispiel für die zweifelhafte Rolle die V-Leute bei der Radikalisierung islamischer Terroristen. Um den eigenen Wert zu erhöhen und mehr Geld zu bekommen, schaffen sie aktiv ein Terrorgefahr, die sie eigentlich nur beobachten sollten.

Statt die Hintergründe für das Versagen der Sicherheitsorgane aufzuklären und die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen, wurde nach dem Attentat (wie üblich) ein Ausbau der Über­wachung und die Erweiterung der Befugnisse des Geheim­dienste gefordert und genehmigt.
Lizenz: Public Domain