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Bitcoin ist eine digitale Peer-2-Peer Währung ohne zentrale Verwaltung. Sie ist unabhängig von der Geldpolitik einer Zentralbank und entwickelt sich marktgetrieben durch die Aktivitäten der Teilnehmer, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren oder verwenden.

Die Wurzeln der ökonomischen Theorie dieser virtuellen Währung liegen in der "Austrian school of economics", die von den Ökonomen Eugen v. Böhm-Bawerk, Ludwig Mises und Friedrich A. Hayek entwickelt wurde. Die Ökonomen kritisierten das gegenwärtige System des Fiatgeldes der Zentralbanken. Sie sehen in den massiven, politisch motivierten Interventionen der Zentralbanken in den Geldumlauf eine wesentliche Ursache für den Krisenzyklus. Als Ausweg empfehlen sie eine Internationalisierung der Währungen und die Rückkehr zum Goldstandard.

Gegenwärtig ist Bitcoin der populärste Versuch zur Umsetzung einer Währung in Anlehnung an die Konzepte der "Austrian school of economics". Die Software löst mit kryptografischen Methoden vor allem zwei Probleme. Das Kopieren und mehrfache Verwendung der Bits und Bytes, die ein Coin repräsentieren, ist innerhalb des Netzwerkes nicht möglich. Außerdem ist die Gesamtmenge der verfügbaren Coins limitiert.

Darauf aufbauend könnte man Bitcoin als Bezahlmethode verwenden. In der Realität ist Bitcoin allerdings als Zahlungsmittel unbrauchbar geworden:
  1. In den letzten Jahren ist Bitcoin zu einem Spekulationsobjekt geworden. Durch gezielt verursachte Währungsschwankungen, die durch einzelne Spekulaten mit hohem finanziellen Einsatz verursacht werden, ist der Kurs volantil. Wenn der Kurs in wenigen Wochen um 50% schwankt ist ein kalkulierter, kommerzieller Einsatz kaum möglich.
  2. Durch die teilweise intensiven Spekulationskäufe und -verkäufe bei Kursschwankungen steigen die Transaktionsgebühren. Im Dez. 2017 musste man für eine Transaktion zeitweise bis zu 100 US-Dollar als Gebühren zahlen um sicherzustellen, dass die Transaktion innerhalb einer vertretbaren Zeit in die Blockchain aufgenommen wird.

    Transaktionsgebühren von 15-20 US-Dollar sind inzwischen als "normal". Damit liegen die Gebühren deutlich über den Kosten anderer Zahlungsmittel (Beispiel bei Fefe).
  3. Die Sicherheit vieler Bitcoin Markplätze liegt deutlich unter dem Niveau anderer Bezahl­dienste und Banken. Prominentestes Beispiel ist die Insolvenz von MtGox nachdem Bitcoins im Wert von 368,4 Millionen Euro verloren gingen. Möglicherweise handelte es sich dabei um einen Betrug der Betreiber. Auch die Betreiber der Börse MyCoin sind mit den Bitcoins der Kunden im Wert von 342 Mio. Euro verschunden.

    Weitere Beispiele sind die Börsen Flexcoin oder Poloniex oder die südkoreanische Bitcoin Börse Youbit, die alle nach virtuellem Bankraub geschlossen wurden.

    Die Bitcoins nur lokal in einem Wallet auf dem eigenen Rechner zu speichern ist auch nicht immer sicherer. So konnte im Jan. 2018 ein Angreifer mit ein bisschen Javascript Code in einer Webseite aus dem Browser heraus die Wallets von Electrum leer räumen.
  4. Der Wettkampf der Bitcoinminer beim Schürfen neuer Coins ist völlig außer Kontrolle geraten und ist ein sinnloser Einsatz von immer mehr Rechenleistung, um sich gegen­seitig zu übertrumpfen. Es ist nur noch eine gewaltige Energieverschwendung.

    Die Webseite Bitcoin Energy Consumption Index schätzte den Energieverbrauch im Nov. 2017 auf 30 Terrawattstunden pro Jahr (Energieverbrauch von Irland: 25 TWh, Marokko: 29 TWh oder Dänemark: 34 TWh jährlich). Ende Januar 2018 wurde der Energieverbrauch von Bitcoin auf 40 Terrawattstunden pro Jahr geschätzt, Tendenz weiter steigend. Wenn die Tendenz weiter anhält, könnte Bitcoin noch vor Ende des Jahres 2020 den Energieverbrauch der USA übertreffen ohne irgendeinen brauch­baren Nutzwert zu liefern außer Umverteilung von Geld durch Spekulation.

    (Auch wenn man die absoluten Zahlen zur Berechnung des Bitcoin Energy Consumption Index von Enthusiasten der Kryptowährung in Frage gestellt werden und man meint, es wären eher 10 TWh statt 30 TWh jährlich, kann man nicht leugnen, das Bitcoin Energie in gigantischem Ausmaß verbrennt für nichts.)
Schlussfolgerung: die real existierende Menschheit ist noch nicht in der Lage, mit einer Technologie wie Bitcoin umzugehen.

Alternative Kryptowährungen wie DodgeCoin, LiteCoin, IOTA oder Etherum lösen einige technische Probleme und führen neue technische Features ein. Das "Layer-8-Problem" bleibt aber weiterhin bestehen und wird nicht dadurch gelöst, das mehr Transaktionen schneller ausgeführt werden.

Gegenwärtig werden alternative Kryptowährungen überwiegend genutzt, um Spekulations­gewinne aus dem Bitcoinhandel zu parken, da diese Gewinne bei Umwandlung von Bitcoin in Euro bzw. Dollar besteuert werden. Das steigert die Nachfrage und den Kurs. Die Nutzung von Alt-Coins in der realen Ökonomie ist noch viel geringer als bei Bitcoin.

Zusammen mit Bitcoin werden sich auch die meisten unregulierten Alt-Coins in Luft auflösen.

Lizenz: Public Domain