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Privacy-Handbuch

Man kann im Internet nicht mit Bargeld bezahlen, trotzdem soll es kurz erwähnt werden, weil das anonyme Bezahlen mit Bargeld schrittweise immer weiter eingeschränkt wird. Angesichts der ungebremsten Schuldenentwicklung und unzureichenden Wachstums wird die Politik immer radikalere Maßnahmen ergreifen. Ein Bargeldverbot passt durchaus ins Konzept.

In Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland und Zypern wurden Bargeldzahlung über einen Höchstsatz von 1.000-3.000 € bereits verboten, in Frankreich wird ab August 2015 die Höchst­grenze für Bezahlung mit Bargeld auf 1.000 € abgesenkt (das Gesetz wurde nach dem Charlie-Hebbo-Attentat verabschiedet). In Dänemark wurde ein Gesetz aufgehoben, das Läden im Einzelhandel zwingt Bargeld akzeptieren müssen, außerdem wird die dänische Notenbank ab 2016 keine Geldscheine mehr drucken.



Der Wirtschaftsweise Bofinger und der US-Ökonom Rogoff haben im Mai 2015 nachdrücklich die Abschaffung des Bargelds gefordert. Sie appellierten an Bundeskanzlerin Merkel, dass Sie sich auf dem G7-Gipfel für eine weltweite Abschaffung des Bargeld einsetzen soll. Dafür wurden folgende Gründe genannt:
  1. Stärkung der Nationalbanken!

    Kommentar: Wollen wir wirklich irgendwelche Banken stärken? Wir sollten lieber über die Einführung von Vollgeld diskutieren (wie in Island oder in der Schweiz), um die Macht der Banken zu brechen und Banken auf ihren eigentliche Funktion zurück zu führen. Verbietet den Banken die Geldschöpfung!
  2. Austrocknung des Schwarzmarktes!

    Kommentar: Schwarzmarkt == BÖSE (Drogen, Kipo werden genannt - klar)

    Der Schwarzmarkt ist aber auch ein Regulativ zwischen der Gesetzgebung und den Bürgern. Wenn eine Regierung die Wünsche der Bürger konsequent missachtet, dann haben Bürger die Möglichkeit, auf den Schwarzmarkt auszuweichen (natürlich unter Androhung von Strafen). Je drakonischer und unbeliebter die Finanzgesetze werden, desto stärker wird der Schwarzmarkt wachsen.

    Die Austrocknung des Schwarzmarktes wird also auch die Macht der Regierenden und Banken gegenüber der Bevölkerung stärken. Wollen wir diese Entwicklung?
  3. Negativzinsen durchsetzen!
    Die Zentralbanken könnten auf diese Weise leichter Negativzinsen durchsetzen. Papiergeld ist das entscheidende Hindernis, die Zentralbank-Zinsen weiter zu senken. Seine Beseitigung wäre eine sehr einfache und elegante Lösung für dieses Problem. (US-Ökonom Rogoff)
    Das würde bedeuten, dass sich die Sparer gegen diese Enteignung nicht mehr wehren könnten, indem sie das Geld einfach abheben. Einen sogenannter Bankenrun (wenn Kunden massenweise ihr Geld abheben) will bisher keine Bank riskieren.

Kommentare zu den Vorschlägen von Bofinger/Rogoff:
Um diese beiden Argumente ernsthaft als Vorteile durchgehen zu lassen, muss man ein Technokrat sein, der einen lückenlos organisierten Ameisenhaufen für die beste aller Gesellschaften hält. Wer Freiheit, Bürgerrechte und eine lebendige Demokratie bewahren will, den muss es schütteln, wenn jemand, der als Weiser gilt, solche Ansichten verbreitet. (Quelle: Bitcoinblog)
Noch etwas deutlicher:
Es geht dem ehemaligen Chefökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und dem IWF längst neben einer umfassenden Kontrolle der Bevölkerung auch darum, die Grundlage für die "finanzielle Repression" zu schaffen, um die ausufernde Verschuldung über die Enteignung der Sparer zu lösen. (Telepolis)



Forderungen deutscher Politiker: Kommentare zu den Vorschlägen der Politiker:

In Deutschland werden lt. einer Studie der Bundesbank noch 53% der Umsätze im Einzel­handel in Bargeld abgewickelt.Außerdem steht eine Mehrheit der Deutschen Experimenten mit Zahlungssytemen eher skeptisch gegenüber. Nach Einschätzung der Bundesbank ist derzeit eine Abschaffung von Bargeld nicht möglich. Diese Zahlen zeigen auch, wie man sich gegen diese Bestrebungen wehren kann:
Verwendet Bargeld, wo es möglich ist.
Gegen die Einschränkung der Verfügbarkeit von Bargeld durch Begrenzung der Auszahlung kann man sich mit kleinen Gold- oder Edelmetallvorräten wehren. Goldmünzen (Krügerrand o.ä) bzw. Gold­barren kann man in Wechselstuben (z.B EuroExchange) oder Händlern wie z.B. proaurum bei Bedarf sofort in Bargeld wechseln (weltweit). Bis zu 7.500 € sind die Käufe und Verkäufe in Deutschland anonym an der Ladentheke möglich, bei größeren Beträge wird eine Identifikation mit Ausweis oder Pass gefordert.



Der unabhängige Finanzanalyst Martin Armstrong ist der Meinung, dass der Euro mittel­fristig mit 90% Wahrscheinlichkeit nicht bestehen bleiben wird. Eine Währungs­reform wird der Staat zur Teilenteignung der Sparguthaben und zur Senkung seiner Schulden nutzen.

Nach Meinung von Armstrong muss das Finanzsystem in regelmäßigen Abständen vollständig crashen, weil die Staaten als Hauptschuldner nie vorhaben, ihren Schulden vollständig zurück zu zahlen, sondern in einem gigantischen Ponzischema immer neue Schulden aufnehmen, um Zinsen abzuzahlen. Die Alternative zum Crash wäre Krieg.



Eine kleine technische Entwicklung: Das österreichisch-deutschen Unternehmen EDAQS hat mit Hilfe von RFIDs Geldscheine entwickelt, die ferngesteuert entwertet werden können. Das ist eine weitere, beunruhigende Entwicklung. Neben der ferngesteuerten Entwertung von Geldscheinen nach einem Bankraub soll damit auch die Finanzierung von "Terrorgruppen" verhindert werden können. Außerdem wäre es damit möglich, Sparguthaben unter der Matratze (außerhalb des Zugriffs der Banken) bei Bedarf und natürlich nur auf Basis gesetzlicher Grundlagen zu entwerten.
Lizenz: Public Domain