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Privacy-Handbuch

Ich hab' doch nichts zu verbergen - oder?

Einigen Beispielen für spezielle Detektoren sollen zum Nachdenken anregen, wie tief Big Data schon heute in unser privates Leben eindringt.

Erkennung einer neuen Liebesbeziehung

Der Beginn einer neuen Liebe oder einer erotischen Affäre ist anhand der Änderungen im Kommunikationsverhalten gut erkennbar. Big Data Analysten nennen die typischen Muster "Balzverhalten". Alle Player auf dem Gebiet Datenanalyse (kommerzielle Datensammler, Anbieter von Software zur Mitarbeiterüberwachung, Geheimdienste) haben passende Detektoren zur Erkennung von "Balzverhalten" entwickelt.

Arbeitslos?

Unser Smartphone liefert die aktuelle Position des Nutzers an viele Trackingdienste. Außerdem verraten Postings bei Twitter oder Facebook unseren Aufenthaltsort.

In der Regel sind wir Nachts zuhause und an Werktagen tagsüber an unserem Arbeitsplatz. Was kann man schlußfolgern, wenn sich dieses Verhalten ändert und man auch tagsüber über einen längeren Zeitraum zuhause bleibt in Kombination mit einem sparsameren Konsum­verhalten bei Online Einkäufen oder Offline Einkäufen mit Rabattkarten bzw. Kreditkarten? Welchen Einfluss hat das auf unsere Kreditwürdigkeit?

Unzufrieden mit dem Job?

Vorreiter auf diesem Gebiet war Google. Schon 2010 protzte Google damit, dass sie im Rahmen der Mitarbeiterüberwachung den Wusch nach beruflicher Veränderung schneller erkennen können, als der betroffene Mitarbieter sich selbst darüber im Klaren ist. Inzwischen nutzen auch andere Firmen diese Überwachung.

Personalchefs können auf einen solchen computergenerierten Verdacht unterschiedlich reagieren. Einarbeitung eines Nachfolgers und Entlassung des verdächtigen Mitarbeiters ist eine Möglichkeit.

D. Eggerstadt hat im Rahmen eines Selbstversuches mehrere E-Mails von seinem GMail Account versendet mit kritischen Bemerkungen zu seinem Arbeitsverhältnis. Unmittelbar darauf konnte er Veränderungen in der personalisierten Werbung registrieren, die plötzlich auf Headhunter und kommerzielle Jobbörsen hinwies.

Kein Studienplatz?

In Großbritannien werden Studienbewerber für bestimmte Fachrichtung geheimdienstlich überprüft. 739 Bewerber wurde bereits abgelehnt, weil aufgrund dubioser Datensammlungen der Geheimdienste befürchtet wurde, dass die Bewerber zu Terroristen werden und die im Studium erworbenen Kenntnisse zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen nutzen könnten. Die geheimdienstlichen Gesinnungs-Prüfungen sollen zukünftig ausgeweitet werden.
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