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Privacy-Handbuch

Es gibt viele Gründe, um anonym zu Bloggen. Auf die möglichen Gründe möchte ich nicht weiter eingehen und mich auf einige technische Hinweise für die Umsetzung beschränken.

Die einfachste Variante:
  1. Man braucht einen anonymen Browser (TorBrowserBundle. Gut geeignet sind die Live-DVDs wie TAILS, da diese neben einem fertig konfigurierten Browser für anonymes Surfen auch die nötigen Tools zur Anonymisierung von Bildern und Dokumenten enthalten und keine Spuren auf dem PC hinterlassen.
  2. Man braucht eine anonyme E-Mail Adresse, die nur in Zusammenhang mit dem Blog verwendet wird (für die Regitrierung, als Kontakt-Adresse...). Dabei ist es nicht nötig, Thunderbird als E-Mail Client zu konfigurieren. Man kann die wenigen E-Mails im Webinterface im Browser lesen. Dabei ist Tor oder JonDonym zu nutzen.
  3. Man braucht einen Bloghoster, der anonyme Registrierung oder Registrierung mit Fake-Daten ermöglicht und anonym bezahlt werden kann.
    • Wordpress.com ist empfehenswert oder die kostenfreie Variante von Twoday.net. Um Premium Features bei Wordpress.com zu nutzen, kann man seit Nov. 2012 anonym mit Bitcoin bezahlen.
    • Für politische Aktivitäten ist der Bloghoster blackblogs.org geeignet. Um ein Blog bei diesem Hoster zu eröffnen, benötigt man eine E-Mail Adresse von einem Technik Kollektiv. In der Policy von blackblogs.org findet man eine die Liste von akzeptierten E-Mail Providern. Diese E-Mail Provider bieten kostenlose Post­fächer für politische Aktivisten. Um ein Postfach zu erstellen, muss man seine Gründe darlegen, aber man muss seine Identität nicht aufdecken.
  4. Registrierung und Verwaltung des Blogs sowie das Schreiben von Artikeln können komplett im Browser durchgeführt werden. Dabei ist stets der Anonymisierungsdienst zu nutzen. Man sollte darauf achten, dass man nicht hektisch unter Zeitdruck schnell mal einen Beitrag verfasst. Dabei können Fehler passieren, die den Autor deanonymisieren.
  5. Jede Blogsoftware bietet die Möglichkeit, den Zeitpunkt der Veröffentlichung von neuen Artikeln festzulegen. Davon sollte man Gebrauch machen und neue Artikel nicht "sofort veröffentlichen" sondern erst einige Stunden später freigeben, wenn man nicht online ist.
  6. Im Blog veröffentlichte Bilder und Dokumente sind stets vor dem Upload zu anonymisieren. Vor allem Bilder von Digitalkameras enthalten eine Vielzahl von Informationen, die zur Deanonymisierung führen können. Fotos von Freunden oder Bekannten sollte man nicht veröffentlichen, da durch Freundschaftsbeziehungen eine Deanonymisierung möglich ist.
  7. Stilometrie (Deanonymisierung anhand des Schreibstil) ist inzwischen fester Bestandteil geheimdienstlicher Arbeit. Es ist mit (teil-) automatisierten Verfahren möglich, anonyme Texte einem Autor zuzuordnen, wenn der Kreis der Verdächtigen eingeschränkt ist und genügend Textproben der Verdächtigen vorliegen. Mit Ruhe und Konzentration beim Verfassen von Blogartikeln ist es möglich, seinen individuellen Schreibstil zu verstellen.

    Die Kenntnis der Techniken der Stilometrie hilft dabei, wesentliche Merkmale des eigenen Stil zu identifizieren und zu verstellen. Ein Paper der Concordia University beschreibt ein Verfahren zu Identifikation der Absender anonymer E-Mails. Es ist hilfreich, dieses Paper zu lesen, wenn man sich mit den "Diensten" anlegen will: Das Ende der anonymen E-Mail (10 Seiten, Englisch).
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